| Steckbrief Schwalbenschwanz – Tier des Jahres 2003 Der Schwalbenschwanz (Papilio machaon) ist das Tier des Jahres 2003. Er steht für das Schicksal der meisten Tagfalter in der Schweiz. Sie sind zwar schön, harmlos und populär. Doch viele Schmetterlinge sind aus weiten Teilen unseres Landes verschwunden. Vor allem unter der intensiven Landwirtschaft haben die bunten Flatterer gelitten. Pro Natura will mit dem Tier des Jahres auf dieses Schicksal aufmerksam machen – und startet 2003 eine Kampagne zu Gunsten der Schmetterlinge. weiter |
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. Daran erkennt man den Schwalbenschwanz Seine Grösse, die gelbe Grundfarbe und die beiden namengebenden Fortsätze der Hinterflügel: Der Schwalbenschwanz ist unverkennbar. Die Weibchen sind etwas grösser als die Männchen. Verwechseln kann man ihn in der Schweiz höchstens mit dem Segelfalter (Iphiclides podalirius). Dieser kommt aber nur an den trockenen sonnigen Abhängen des Juras, in den Trockentälern des Wallis und Graubündes sowie auf der Alpensüdseite vor. Seine Oberseite ist zebraartig gestreift. Etwas Systematik Der Schwalbenschwanz gehört zur Familie der Ritterfalter (Papilionidae), die wie zahlreiche andere Tagfalter der grossen Ordnung der Schmetterlinge oder Schuppenflügler (Lepidoptera) angehört. So heissen alle Insekten, deren Flügel mehr oder weniger stark mit Schuppen besetzt sind. Zu den Schmetterlingen gehören auch Insekten mit abenteuerlichen Namen wie Spinner, Spanner, Eulen oder Sackträger. Auch die gefrässige Dörrobstmotte, ein gefürchteter Vorratsschädling, oder die berüchtigte Kastanienminiermotte, sind Schmetterlinge. Weltweit gibt es über 165'000 Arten von Schmetterlingen, in der Schweiz gegen 3600. Oft hört man die Bezeichnung Tagfalter (Unterordnung Rhopalocera). Dieser Begriff fasst diejenigen Schmetterlingsfamilien zusammen, deren Fühlerspitzen keulenförmig verdickt sind. In der Schweiz leben über 180 Arten. zurück | weiter |
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. Wo er lebt Als Lebensraum bevorzugt der Schwalbenschwanz buschreiche Trockenwiesen, extensiv bewirtschaftete Magerwiesen, Feuchtwiesen, Unkrautfluren und strukturreiche Waldränder. Falter und Raupe beobachtet man gelegentlich in Hausgärten. Die Raupen tun sich im Hausgarten am Karottenkraut, Fenchel oder anderen Doldengewächsen gütlich. Die Falter, die gerne an den Blüten des Sommerflieders (Buddleja) Nektar saugen, wandern oft von weither zu. Sie werden sich aber nicht dauerhaft ansiedeln, wenn geeignete Futterpflanzen für die Larven fehlen. Was er frisst Die Raupen haben eine Vorliebe für verschiedene Rautengewächse und Doldenblütler, unter anderem Wilde Möhren (Daucus carota), Hirschwurz (Peucedanum sp.) und Kleine Bibernelle (Pimpinella minor). Sie nehmen aber auch mit Kulturpflanzen wie Karotten, Fenchel oder Dill Vorlieb. Die Falter saugen Nektar verschiedener Blütenpflanzen und sind dabei weniger wählerisch. zurück | weiter |
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. Generationenwechsel Die ersten Schwalbenschwänze fliegen ab Mitte April. Sie schlüpfen aus Puppen, die den Winter überdauert haben. Sie suchen rasch einen Geschlechtspartner und sterben nach der Eiablage Ende Mai / Anfang Juni. Bereits nach einer Woche schlüpfen die Räupchen und fressen als erste Wegzehrung die Eihülle. Das Tagwerk der Raupe besteht aus Fressen. Schnell werden die Raupen gross. Sie häuten sich mehrere Male, ehe sie sich ab Anfang Juli verpuppen. Nach zwei Wochen Ruhe schlüpfen die Falter der zweiten Generation. Diese fliegt bis Mitte September und sorgt noch einmal für Nachwuchs. Die Raupen verpuppen sich spätestens im Oktober. Die Puppen überdauern den Winter an einem geschützten Ort. Die Falter der zweiten Generation überleben die kalte Jahreszeit nicht. In hohen Lagen fliegt nur eine Generation, an klimatisch günstigen Orten unter guten Bedingungen manchmal drei. zurück | weiter |
.![]() © D. Jutzeler ![]() © T. Marent ![]() © T. Marent |
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. Die Metamorphose – ein Wunder Die Metamorphose einer Raupe zu einem Schmetterling ist ein Naturwunder und vollzieht sich auch beim Schwalbenschwanz. Aus dem Ei schlüpft eine Raupe, die eifrig zu fressen beginnt, und immer grösser wird. Sie ändert auch ihr Aussehen. Die junge Raupe ähnelt zur Tarnung Vogelkot. Die alte Raupe hingegen ist grün-schwarz gestreift mit auffälligen orangeroten Tupfen. Das ist die populäre Rüebliraupe. Ist sie gross genug, verpuppt sie sich an einem geschützten Ort. In der Puppe löst sich die Raupe auf. Sie wird regelrecht zu Brei. Wanderzellen wissen, wie und wo sie sich in der Puppenhülle anordnen müssen und bereiten den Schmetterling vor. Der Falter, der schliesslich ausschlüpft, ist ein völlig anderes Tier als die Raupe! zurück | weiter |
.![]() © H. Cigler ![]() © T. Marent ![]() © G. Sturm |
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. Das bedroht den Schwalbenschwanz Alle Stadien haben natürliche Feinde. Dazu gehören zum Beispiel Insekten fressende Vögel. Schlupfwespen haben es auf Raupen und Puppen abgesehen. Für eine gesunde Population ist das allerdings kein Problem. Der Hauptgrund für das Verschwinden der Art ist der Verlust von geeigneten Lebensräumen. Dort, wo die Landwirtschaft extensive Weiden, Wiesen oder Riedflächen unter den Pflug nimmt oder zu stark düngt, hat der Schwalbenschwanz keine Chance mehr. Damit der Schwalbenschwanz eine Zukunft hat, braucht es im Landwirtschaftsgebiet wieder mehr schwach bewirtschaftete Wiesen und Weiden sowie einen grösseren Reichtum an verschiedenen Strukturen. zurück | weiter |
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. Links http://www.schwalbenschwanz.ch/ http://www.schmetterling-raupe.de/art/machaon.htm http://www.schmetterlinge.ch/ http://www.pronatura.ch/ zurück | nach oben |